Gallensteine, auch Cholelithen genannt, sind kleine, feste Ablagerungen, die sich in der Gallenblase oder den Gallengängen bilden können. Sie bestehen aus verschiedenen Bestandteilen der Galle, wie z. B. Cholesterin, Bilirubin und Kalzium.
Gallensteine können unterschiedliche Größen haben, von sehr klein bis hin zu der Größe eines Golfballs. Einige Personen haben Gallensteine und erleben keine Symptome, während andere Bauchschmerzen, Gelbsucht, und weitere Probleme erfahren können, die eine medizinische Behandlung erforderlich machen.
Ursachen für Gallensteine
Gallensteine entstehen, wenn sich Bestandteile der Galle in der Gallenblase oder den Gallengängen zu festen Ablagerungen verfestigen. Die Galle ist eine Flüssigkeit, die von der Leber produziert wird und bei der Verdauung von Fetten hilft. Gallensteine können unterschiedliche Zusammensetzungen haben, was auf verschiedene Ursachen hinweist:
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Cholesteringallensteine: Diese sind die häufigsten und entstehen, wenn die Galle zu viel Cholesterin enthält. Ein Ungleichgewicht zwischen der Menge an Cholesterin und den Gallensäuren, die für dessen Lösung notwendig sind, führt dazu, dass das Cholesterin kristallisiert.
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Pigmentgallensteine: Sie entstehen, wenn die Galle zu viel Bilirubin enthält, ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs. Bedingungen, die eine erhöhte Zerstörung von roten Blutkörperchen verursachen, wie bestimmte Bluterkrankungen, können zur Bildung von Pigmentgallensteinen führen.
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Weitere Risikofaktoren:
- Übergewicht oder rascher Gewichtsverlust
- Eine Ernährung mit hohem Fett- und Cholesteringehalt und niedrigem Ballaststoffanteil
- Diabetes
- Bestimmte Medikamente, die den Cholesterinspiegel im Blut senken
- Schwangerschaft
- Erhöhtes Alter
- Ethnische Zugehörigkeit: Native Americans und Hispanoamerikaner haben ein höheres Risiko.
- Familiengeschichte von Gallensteinen
- Geschlecht: Frauen sind häufiger betroffen, besonders jene, die mehrfach schwanger waren.
Die Bildung von Gallensteinen kann durch eine Kombination genetischer Faktoren, der Ernährung, des Lebensstils und der Körperzusammensetzung beeinflusst werden.
Symptome von Gallensteinen
Viele Menschen mit Gallensteinen haben keine Symptome und wissen möglicherweise nicht, dass sie sie haben. Diese “stillen” Gallensteine benötigen oft keine Behandlung.
Wenn jedoch Symptome auftreten, können sie folgende umfassen:
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Schmerzen im rechten Oberbauch: Diese Schmerzen können plötzlich auftreten und sind oft intensiv. Sie können in den Rücken oder den Bereich zwischen den Schulterblättern ausstrahlen.
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Übelkeit und Erbrechen: Begleitend zu den Bauchschmerzen können Übelkeit und Erbrechen auftreten.
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Gelbsucht: Eine Gelbfärbung der Haut und der Augen kann auftreten, wenn ein Gallenstein die Gallengänge blockiert und den Abfluss von Bilirubin in die Leber behindert.
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Verdauungsprobleme: Dazu gehören Blähungen, Völlegefühl, Verdauungsstörungen und Intoleranz gegenüber fetthaltigen Lebensmitteln.
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Fieber oder Schüttelfrost: Dies kann ein Anzeichen für eine Infektion in der Gallenblase sein, bekannt als Cholezystitis.
Die Symptome können nach der Aufnahme fetthaltiger Nahrungsmittel, während der Nacht oder nach bestimmten Bewegungen stärker auftreten.
Wenn Sie starke Schmerzen, Fieber, Gelbsucht oder anhaltende Symptome haben, ist es wichtig, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, da dies auf Komplikationen wie eine Gallenblasenentzündung, eine Blockade der Gallengänge oder eine Pankreatitis hinweisen kann.
Behandlung von Gallensteinen
Die Behandlung von Gallensteinen hängt davon ab, ob sie Symptome verursachen und welche Art von Gallensteinen vorliegt. Für Personen ohne Symptome (stille Gallensteine) ist oft keine Behandlung notwendig. Wenn jedoch Symptome auftreten oder Komplikationen entstehen, können verschiedene Behandlungsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden:
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Chirurgische Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie): Dies ist die häufigste und effektivste Behandlung für symptomatische Gallensteine. Die Operation kann laparoskopisch durchgeführt werden, was weniger invasiv ist und eine schnellere Erholung ermöglicht. In einigen Fällen kann ein offener chirurgischer Eingriff erforderlich sein.
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Medikamentöse Therapie: Bestimmte Medikamente können zur Auflösung von Cholesteringallensteinen verschrieben werden. Diese Medikamente, wie Ursodeoxycholsäure, sind jedoch weniger wirksam als die Operation und werden hauptsächlich bei Patienten eingesetzt, die keine gute Operationskandidaten sind. Die Behandlung kann lange dauern und die Steine können nach dem Absetzen der Medikamente zurückkehren.
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Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL): Bei dieser Methode werden Schallwellen verwendet, um Gallensteine in kleinere Stücke zu zerbrechen, die dann natürlich ausgeschieden werden können. Diese Behandlung wird jedoch seltener eingesetzt und ist nur für eine begrenzte Anzahl von Fällen mit kleinen Cholesterinsteinen geeignet.
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Endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP): Bei Personen, bei denen Gallensteine die Gallengänge blockieren und Gelbsucht, Entzündungen oder Infektionen verursachen, kann eine ERCP durchgeführt werden. Dabei wird ein Endoskop durch den Mund, den Magen und in den Dünndarm eingeführt, um Steine aus den Gallengängen zu entfernen.
Die Wahl der Behandlung hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Größe und Art der Gallensteine, der Symptome, möglicher Komplikationen und der allgemeinen Gesundheit des Patienten. In vielen Fällen ist die Entfernung der Gallenblase der sicherste und effektivste Weg, um gallensteinbedingte Probleme zu behandeln und zu verhindern.
Vorsorge vor Gallensteinen: Risiken mindern
Um das Risiko der Bildung von Gallensteinen zu reduzieren, können folgende vorbeugende Maßnahmen hilfreich sein:
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Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Ballaststoffen ist und gesunde Fette (wie Omega-3-Fettsäuren) enthält, kann helfen, das Risiko von Gallensteinen zu verringern. Reduzieren Sie den Konsum von gesättigten Fetten und Zucker.
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Gewichtskontrolle: Übergewicht erhöht das Risiko für die Entwicklung von Gallensteinen. Langsame und stetige Gewichtsabnahme ist empfehlenswert, da schneller Gewichtsverlust das Risiko für die Bildung von Gallensteinen erhöhen kann.
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Regelmäßige körperliche Aktivität: Bewegung trägt zur Aufrechterhaltung eines gesunden Gewichts bei und kann das Risiko von Gallensteinen senken.
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Gesundes Gewicht langsam erreichen: Vermeiden Sie Crash-Diäten oder sehr schnelle Gewichtsabnahme. Ziel sollte eine langsame, stetige Gewichtsabnahme sein, falls Sie übergewichtig sind.
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Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme: Trinken Sie viel Wasser über den Tag verteilt, um die Galle flüssig zu halten.
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Vermeiden Sie bestimmte Diäten: Sehr fettarme Diäten können das Risiko für Gallensteine erhöhen, da sie die Gallenblase weniger oft entleeren lassen. Eine ausgewogene Zufuhr von Fetten ist wichtig.
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Überwachung bei schnellem Gewichtsverlust: Wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen schnell Gewicht verlieren müssen, z.B. vor einer bariatrischen Operation, sollten Sie dies unter ärztlicher Aufsicht tun, um das Risiko von Gallensteinen zu minimieren.
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Medikamentöse Prävention: In einigen Fällen können Medikamente wie Ursodeoxycholsäure zur Vorbeugung von Gallensteinen eingesetzt werden, insbesondere bei Personen mit hohem Risiko für die Entwicklung von Gallensteinen aufgrund von schnellem Gewichtsverlust oder anderen Faktoren.
Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Gallensteine verhindert werden können. Bei Personen mit einem hohen Risiko für Gallensteine, wie zum Beispiel aufgrund genetischer Faktoren, kann eine regelmäßige medizinische Überwachung empfohlen werden, um frühzeitig Probleme zu erkennen und zu behandeln.



