Hepatitis C ist eine Lebererkrankung, die durch das Hepatitis-C-Virus (HCV) verursacht wird. Das Virus wird hauptsächlich durch direkten Kontakt mit dem Blut einer infizierten Person übertragen. Im Gegensatz zu Hepatitis A und B gibt es für Hepatitis C keinen Impfstoff.
Häufigkeit (Prävalenz)
Die Prävalenz von Hepatitis C variiert weltweit erheblich, aber genaue und aktuelle Daten sind aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit von Screening und Überwachung in vielen Regionen schwer zu ermitteln.
Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lebten im Jahr 2019 weltweit etwa 58 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis-C-Infektion. Im selben Jahr gab es etwa 1,5 Millionen neue Infektionen. Hepatitis C kann zu lebenslangen Infektionen führen und war 2019 für schätzungsweise 1,1 Millionen Todesfälle verantwortlich, die durch Leberkrebs, Zirrhose und andere durch chronische virale Hepatitis verursachte Zustände bedingt waren.
Hepatitis C kann geheilt werden; eine tägliche Medikation, die über 8-12 Wochen oral eingenommen wird, kann die meisten Menschen, die mit Hepatitis C infiziert sind, heilen. Im Jahr 2019 erhielten 9,4 Millionen Menschen Behandlungen für eine chronische HCV-Infektion, was einen mehr als neunfachen Anstieg seit 2015 darstellt.
Formen von Hepatitis C
Die Infektion kann sowohl akute als auch chronische Formen annehmen:
Akute Hepatitis C
- Die akute Infektion ist die Anfangsphase der Erkrankung, die innerhalb der ersten 6 Monate nach der Exposition gegenüber dem Virus auftritt. Viele Menschen, die sich mit HCV infizieren, bemerken keine Symptome und sind sich daher nicht bewusst, dass sie das Virus in sich tragen.
- Wenn Symptome auftreten, können diese Müdigkeit, Übelkeit, Fieber, Muskelschmerzen, Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und der Augen), dunklen Urin und helle Stühle umfassen.
- Etwa 15–45% der infizierten Personen erholen sich innerhalb der ersten 6 Monate ohne spezifische Behandlung von der Infektion.
Chronische Hepatitis C
- Bei 55–85% der Infizierten entwickelt sich die Krankheit zu einer chronischen Hepatitis C, was bedeutet, dass das Virus länger als 6 Monate im Körper verbleibt.
- Chronische Hepatitis C verläuft oft jahrzehntelang symptomlos oder mit sehr milden Symptomen, kann aber langfristig zu schweren Leberschäden, einschließlich Leberzirrhose (Narbenbildung der Leber), Leberversagen und Leberkrebs führen.
- Die Behandlung der chronischen Hepatitis C hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert. Antivirale Medikamente, sogenannte direkt wirkende Antivirale (DAA), können die Infektion in den meisten Fällen heilen, oft innerhalb von 8 bis 12 Wochen.
Übertragungswege
Hepatitis C wird hauptsächlich über Blut-zu-Blut-Kontakt übertragen. Zu den Risikofaktoren gehören:
- Die Verwendung von gemeinsamen Nadeln oder anderen Geräten zum Injizieren von Drogen.
- Unzureichend sterilisierte medizinische Instrumente.
- Bluttransfusionen und Organtransplantationen vor Einführung strengerer Blutscreening-Verfahren.
- Gelegentlich kann es auch durch sexuellen Kontakt und von einer infizierten Mutter auf ihr Kind während der Geburt übertragen werden, obwohl diese Übertragungswege weniger häufig sind.
Diagnose und Behandlung
- Die Diagnose erfolgt durch Bluttests, die auf Antikörper gegen das Hepatitis-C-Virus und auf das Virus selbst (HCV-RNA) testen.
- Die Behandlung zielt darauf ab, das Virus zu eliminieren, was durch die erwähnten direkt wirkenden antiviralen Medikamente (DAA) erreicht wird. Diese Medikamente haben eine hohe Heilungsrate und sind im Vergleich zu den früheren Behandlungsoptionen mit weniger Nebenwirkungen verbunden.
Die Fortschritte in der Behandlung von Hepatitis C bieten vielen Betroffenen Hoffnung auf Heilung, betonen aber auch die Wichtigkeit von Präventionsmaßnahmen, Screening und frühzeitiger Behandlung, um Langzeitschäden an der Leber zu vermeiden.



