Eine Koloskopie ist eine endoskopische Untersuchung des Dickdarms (Kolon) und des Mastdarms (Rektum). Dabei wird ein dünner, flexibler Schlauch mit einer Kamera (Koloskop) in den Darm eingeführt, um die Schleimhaut zu betrachten und Gewebeproben zu entnehmen.
Im Unterschied zu einer Proktoskopie geht die Koloskopie deutlich tiefer in den Darmbereich und bedarf einer vorbereitenden Darmentleerung sowie üblicherweise einer Sedierung bei der Untersuchung selbst.
Ablauf der Koloskopie
Vorbereitung
- Darmvorbereitung: Am Tag vor der Untersuchung müssen Sie Ihren Darm vollständig entleeren. Dies geschieht durch die Einnahme von Abführmitteln und einer speziellen Diät. Speisen mit Körnern und Beeren dürfen schon mehrere Tage vor der koloskopie nicht mehr eingenommen werden. In den letzten Stunden vor der Koloskopie darf nur noch Wasser zu sich genommen werden. Hält der Patient diese Vorgaben nicht ein, könnte der Darm noch so mit Speiseresten belastet sein, dass die Koloskopie ohne Ergebnis bleibt und wiederholt werden muss.
- Nüchternheit: Sie müssen ab Mitternacht vor der Untersuchung nüchtern bleiben, d. h. nichts essen und trinken.
- Medikamente: Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen, da einige vor der Untersuchung abgesetzt werden müssen. Dies betrifft insbesondere Blutverdünner und Herz-Kreislauf-Medikamente.
Durchführung der Koloskopie
- Sedierung: In den meisten Fällen wird eine Sedierung (kurzzeitige Vollnarkose) durchgeführt, um die Untersuchung angenehmer zu gestalten. Sie bleiben während der Untersuchung ansprechbar, aber die Schmerzen und das Unwohlsein werden reduziert.
- Einführung des Koloskops: Das Koloskop wird in den Anus eingeführt und dann langsam durch den Dickdarm und Mastdarm geführt.
- Untersuchung: Der Arzt begutachtet die Schleimhaut des Darms und sucht nach Auffälligkeiten wie Polypen oder Entzündungen.
- Gewebeproben: Bei Bedarf können Gewebeproben entnommen werden, um diese im Labor genauer zu untersuchen.
- Dauer: Die Untersuchung dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten.
Nachsorge
- Ruhephase: Nach der Untersuchung sollten Sie sich einige Zeit ausruhen, bevor Sie nach Hause fahren.
- Ernährung: Sie können nach der Untersuchung wieder normal essen und trinken.
- Ergebnisse: Die Ergebnisse der Untersuchung werden Ihnen in der Regel einige Tage später mitgeteilt.
Mögliche Komplikationen bei der Koloskopie
Die Koloskopie ist eine sichere Untersuchung, aber es kann in seltenen Fällen zu Komplikationen kommen, wie z. B.:
- Blutungen: An der Stelle, wo Gewebeproben entnommen wurden, kann es zu leichten Blutungen kommen.
- Infektionen: In sehr seltenen Fällen kann es zu einer Infektion kommen.
- Darmverletzungen: In sehr seltenen Fällen kann es zu Verletzungen des Darms kommen.
Vorteile der Koloskopie
Die Koloskopie ist eine sehr genaue Untersuchung, mit der Polypen und Darmkrebs frühzeitig erkannt und entfernt werden können.
Eine Koloskopie kann aus verschiedenen Gründen durchgeführt werden, darunter:
- Screening auf Darmkrebs bei Personen über 50 Jahren oder bei jüngeren Menschen mit einem erhöhten Risiko.
- Untersuchung von Symptomen wie anhaltendem Durchfall, unerklärlichen Bauchschmerzen, rektalen Blutungen und unerklärlichem Gewichtsverlust.
- Überwachung und Behandlung von entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.
Koloskopien gelten als Goldstandard für die Früherkennung von Darmkrebs, da sie nicht nur das Screening ermöglichen, sondern auch die Entfernung von Polypen, die sich zu Krebs entwickeln könnten.
Nachteile
Die Koloskopie kann unangenehm sein, insbesondere die Darmvorbereitung. Es besteht außerdem ein geringes Risiko von Komplikationen.
Alternativen
Es gibt verschiedene alternative Untersuchungen zur Koloskopie, z. B.:
- Virtuelle Koloskopie: Bei dieser Untersuchung wird der Darm mit einem Computertomographen (CT) dargestellt.
- Doppelkontrast-Röntgen: Bei dieser Untersuchung wird der Darm mit einem Kontrastmittel gefüllt und dann geröntgt.
- Stuhltest auf okkultes Blut: Dieser Test kann Hinweise auf Darmkrebs liefern, ist aber nicht so genau wie die Koloskopie.
- Kapselendoskopie: Der Patient schluckt eine kleine Kapsel mit einer Kamera, die während des Gangs durch den Magen-Darm-Trakt Aufnahmen macht. Die ausgeschiedene Kapsel wird ausgewertet. Auch die Kapselendoskopie muss bei leerem Magen und Darm durchgeführt werden, benötigt also dieselbe Vorbereitung für den Patienten.
Bei keiner der genannten Alternativen können Polypen entfernt werden.
Welche Untersuchung für Sie am besten geeignet ist, sollten Sie mit Ihrem Internisten besprechen.



